Uhrmacherwerkzeug

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Gehäuseöffner Jaxa Federstegbestecke Einpresswerkzeuge Armbandkürzer wie Stiftausdrücker Stiftaustreiber etc. aber auch Zeigerabheber, Glasabheber, Schraubendreher, Pinzetten, Uhrmacherlupen und Okulare. Ferner bieten wir Uhrenarmbänder Uhrenteile ( Ersatzteile ) Uhrmacherbedarf Uhrenzubehör.

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Der Dienst an der Zeit ... oder was können wir für Sie tun ?

Wir, das sind die Uhrmacher, die sich nun schon seit der Erfindung der Zeitmesser vor über 500 Jahren um die sorgfältige Betreuung und den Erhalt der verschiedensten Uhren kümmern. Trotz der sich ständig verändernden Anforderungen in unserem Beruf und trotz des Hinzukommens neuester Technologien sind die Uhrmachermeister von heute immer noch Vertreter eines sehr traditionellen Berufs. Die verantwortungsvollen Aufgaben bei der Wartung und Reparatur wertvoller alter und neuer Uhren erfüllen uns mit Stolz und Ehrfurcht vor den Meistern, die diese Kunstwerke geschaffen haben. Nicht nur bei der Beratung und beim Verkauf von hochwertigen Uhren der aktuellen Produktion sind Fachleute gefragt, sondern auch und vor allem bei der qualifizierten Reparatur und somit auch dem Werterhalt alter Preziosen.

Die meisten Uhren in dieser Ausstellung und in dem dazu vorliegenden Katalog sind weit älter als eine Generation, älter als ein Menschenalter, zum Teil sogar älter als das vergangene Jahrhundert. Dass diese Uhren bis heute noch zuverlässig ihren Dienst tun, ist zum einen denen zu verdanken, die es im Laufe dieser langen Zeit nicht übers Herz gebracht haben, sie mit den abgelegten Moden und vergehenden Stilen ebenfalls zum Abfall der Geschichte hinzuzufügen, aber andererseits auch den Uhrmachern dieser Zeiten, die - trotz aller neuen Technologien stets den Traditionen verpflichtet - das Alte zu bewahren geholfen haben. In wenigen anderen Fällen sind Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens von früher, die auch in der damaligen Zeit schon täglichen Beanspruchungen ausgesetzt waren, heute noch in einem derart guten Zustand, dass sie ihren Dienst in gleicher Qualität und Präzision erfüllen wie in dem Moment, als sie gekauft wurden. Im Gegensatz zu Autos, Nähmaschinen, Küchengeräten oder anderen technischen Apparaten aus der Zeit um 1900 sind Uhren von damals dank ihrer perfekten Konstruktion, ihrer herausragenden Verarbeitung und der Fürsorge, die sie vom damaligen Besitzer und den Uhrmachern seither erfahren durften, heute noch in der Lage, sich mit einer mechanischen Uhr neuester Bauart in puncto Genauigkeit zu messen. Von welchem anderen Gegenstand des täglichen Gebrauchs können wir das noch erwarten? Zum Vergleich nur einmal einige kleine Beispiele: Wenn eine Taschenuhr Baujahr 1895 nur für die Zeit von insgesamt 40 Jahren in Gebrauch war (die Entwicklung der Armbanduhren begann in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts), hat sich in dieser Zeit der Stundenzeiger 29.200 mal und der Minutenzeiger 1.752.000 mal um seine Achse gedreht. Die Unruh im Uhrwerk hat sage und schreibe 31,536 Milliarden mal den Anker von links nach rechts bewegt und der Sekundenzeiger hat 1 Milliarde 261 Millionen und 440 Tausend Sekunden angezeigt. Geht man davon aus, dass eine Unruh im Normalfall eine Amplitude von 270° pro Schlag (1/2 Schwingung oder 1 Tick-Geräusch) macht, ergibt das einen abgerollten Weg von 40 mm pro Schlag oder insgesamt 252.288 km (6,3 mal um die Erde) bei einer Größe kleiner als ein Pfennigstück. In Relation zum Durchmesser würde ein Autoreifen in der vergleichbaren Zeit eine Strecke von 737 Milliarden 942 Millionen 400.000 km oder 960.000 mal die Entfernung zum Mond und zurück bewältigen. Bei einem durchschnittlichen Serviceintervall von 25.000 km wäre Ihr Auto schon 29,5 Millionen mal zur Generalinspektion in der Werkstatt gewesen und Sie hätten schon 10,5 Millionen komplette Reifensätze abgefahren. Die abgebildete Taschenuhr war vermutlich wesentlich seltener beim Uhrmacher. Im Gehäuse sind nur 2 Reparaturvermerke eingekratzt, obwohl - das kann man aus den Tragespuren des Gehäuses und der Krone erkennen - diese Uhr nicht geschont und vermutlich lange getragen wurde.

An diesen Beispielen sieht man, mit welcher Langlebigkeit man es bei mechanischen Uhren zu tun hat und mit welcher Sorgfalt und Präzision sie gefertigt wurden. Das Verhältnis ändert sich auch bei einer Armbanduhr wie etwa einer Omega aus dem Jahr 1965 nicht. Bei dieser ist zwar die Unruh kleiner, die Schlagzahl aber dafür höher, und somit erreicht sie dieselbe unvorstellbare Leistung. Die zuvor abgebildete Taschenuhr hat im Gegensatz zu dieser Armbanduhr weder einen automatischen Aufzug, eine unzerbrechliche Feder, eine temperaturunabhängige und antimagnetische Unruh noch ist sie stoßgesichert. Sie hat "nur" 15 Rubine und ist natürlich nicht wasserdicht. Trotz der in den vergangenen 100 Jahren verbesserten Uhrwerke und Gehäuse ist es dennoch notwendig, diese technisch perfekt entwickelten Uhrwerke in modernen Armbanduhren genauso sorgfältig und gewissenhaft zu warten wie die Taschenuhr von vor 100 Jahren. Im Folgenden möchte ich Ihnen, liebe Leser, einige Erläuterungen und Ratschläge für den Umgang mit ihrem "Zeitmesser" mit auf den Weg geben.

1. Was kann meine mechanische Uhr und was nicht?

Grundsätzlich kann eine mechanische Uhr all das leisten, was man von einer unkomplizierten Uhr für den Alltag erwarten kann. Sie zeigt neben der Stunde und Minute auch Sekunde und Datum an. Für Zeitmessungen gibt es Chronographen und für Alarmfunktion gibt es Uhren mit mechanischem Wecker. Auch ein Kalendermechanismus, der am Monatsende weiß, ob der April nun 30 oder 31 Tage hat, ist erhältlich. Auch in puncto Wasserdichtigkeit und Stoßfestigkeit unterscheiden sich mechanische Uhren nicht von Quarzuhren. Der einzige Unterschied liegt in der Genauigkeit der Zeitanzeige bei mechanischen Uhren. Man muss hier grundsätzlich davon ausgehen, dass die Genauigkeit der Uhr immer von der Güte des Schwingsystems abhängt, das die Uhr beinhaltet. Der Gütefaktor ist dann hoch, wenn die Energie, die aufgewendet werden muss, um die Schwingung in Gang zu halten, möglichst gering ist. Ist die Energiezufuhr gering, ist auch der Einfluss auf die Schwingung gering und diese kann nahezu unbeeinflusst durch äußere Einwirkungen arbeiten. Bei bewegten Uhren hängt die Beeinflussung wesentlich von der Schwingungszahl pro Sekunde ab. Eine stationäre Uhr wie z. B. eine Pendeluhr konnte schon im 18. Jahrhundert bis auf eine Genauigkeit von wenigen Sekunden pro Jahr reguliert werden. Die Unruh einer mechanischen Armbanduhr neuester Bauart schwingt pro Sekunde 4 mal. Der Quarz einer modernen Quarzuhr schwingt pro Sekunde 32.768 mal. Das bedeutet, dass der Einfluss auf die langsamere Schwingung der mechanischen Uhr durch Handbewegungen oder Erschütterungen relativ groß ist. Eine gut regulierte Armbanduhr weicht trotz des hohen äußeren Einflusses nur zwischen 5 und 10 Sekunden pro Tag ab. Setzt man nun die beiden Frequenzen der unterschiedlichen Schwingsysteme ins Verhältnis, so ergibt sich für eine Quarzuhr - um bei vergleichbarer Beeinflussung der Schwingung durch äußere Einflüsse mit der mechanischen mitzuhalten zu können - eine errechnete maximale Abweichung von 10 Sekunden in 8192 Tagen oder 22,4 Jahren. Nachdem keine Quarzarmbanduhr, auch nicht mit Twin (Doppelquarz) oder temperaturkompensiertem Quarzwerk, diese geringe Abweichung erreicht, bedeutet dies, dass das Schwingsystem einer Quarzuhr dem einer mechanischen Uhr nur deshalb überlegen ist, weil der Quarz angesichts der hohen Schwingfrequenz von keiner durch das Tragen am Handgelenk verursachten Erschütterung mehr beeinflusst werden kann. Somit ist die im Hightech-Zeitalter anachronistisch anmutende mechanische Uhr trotz der feststellbaren Abweichung von mehreren Sekunden pro Tag einer Quarzuhr zumindest ebenbürtig.

Weicht eine mechanische Uhr pro Tag 10 Sekunden ab, verliert sie 40 von 345.600 Schwingungen pro Tag, eine Genauigkeit von 99,9885 %. Sind es nur 5 Sekunden, ist die Abweichung nur 0,005 %. Der Gütefaktor und somit die Qualität des Schwingsystems zeigt sich nicht in der tatsächlichen Zeitabweichung pro Tag, sondern im Verlust an Gangpräzision pro Schwingung, und genau darin liegt die unvergleichliche Stärke der guten mechanischen Uhr, denn ihre technische Präzision ist jeder anderen mechanischen Maschine weit überlegen. In der Präzision und dem Aufwand, der betrieben werden muss, um diese Präzision zu erzielen, liegt auch der im Vergleich zu Quarzuhren höhere Preis begründet. Was bei einer mechanischen Uhr mit bis in die kleinsten Toleranzen präzise hergestellten und in wochenlangen Tests justierten Einzelteilen erreicht wird, besorgen bei einer Quarzuhr ein paar einfache elektronische Bauteile, nicht mehr als ein Quarz, ein IC und eine Spule mit Motor. Davon abgesehen, wenn Sie, liebe Leser, so pünktlich sind wie Ihre mechanische Uhr genau geht, haben Sie damit nie wieder Probleme, oder?

2. Was können Sie Ihrer mechanischen Armbanduhr zumuten, was sollten Sie vermeiden?

Eine robuste Armbanduhr in einem wasserdichten Gehäuse hält alle üblichen Alltagssituationen ebenso gut aus wie derjenige, der sie am Handgelenk trägt. Wenn Sie auf die Angaben, die der Hersteller zum Thema Wasserdichtigkeit und Art des Glases sowie des Armbandes macht, achten, steht einer Beanspruchung ihrer Uhr innerhalb des vorgegebenen Rahmens nichts im Wege. Dennoch sollten Sie eine Uhr, mit der Sie z. B. im Garten arbeiten, die Sie bei der Autowäsche tragen oder zum Schwimmen und zum Skifahren anlassen und mit der Sie im Sommer an den Strand in Urlaub fahren, mindestens ein Mal pro Jahr zum Uhrmacher zur Kontrolle bringen. Dort wird dann die Uhr auf die Funktionstüchtigkeit aller Teile überprüft, die Dichtungen werden gefettet und im Bedarfsfall ersetzt, und bei Quarzuhren wird die Batterie geprüft und wenn nötig ersetzt. Dies sollten Sie vor einer längeren Reise, am besten aber zu einer Zeit machen lassen, bei der noch ein paar Wochen zum Badeurlaub Zeit ist, damit man im Bedarfsfall Dichtungen, Gläser, Kronen oder andere Verschleißteile des Gehäuses beschaffen und einbauen kann.

 

Vermeiden sollten Sie alle Situationen, für die auch eine robuste Uhr auf Dauer nicht geeignet und konstruiert ist. Sie sollten keine Uhr, auch nicht eine besonders wasserdichte Uhr, mit in die Sauna nehmen. Für Ihren Körper ist ein Saunagang eine Methode, sich zu entschlacken und durch die Haut alle möglichen Schad- und Schmutzstoffe auszuscheiden. Für Ihre Uhr würde diese Tortur in keinster Weise entschlackend wirken. Der vom Körper ausgeschiedene salzige Schweiß sammelt sich zwischen Handgelenk und Uhr und frisst an den Dichtungen und an den nicht aus Edelstahl hergestellten Teilen des Gehäuses und des Armbandes, wie zum Beispiel den Federstiften, die das Armband mit dem Gehäuse verbinden, und den nicht rostfreien Stahlfedern im Inneren dieser Stifte. Ferner schwillt Ihr Handgelenk bei steigender Temperatur an und zieht folglich an allen Band- und Gehäuseverbindungen. Sollte Ihre Uhr ein Lederband besitzen, sammelt sich der ausgeschiedene Schweiß mit allen Schlackestoffen darin und wirkt infolgedessen wie ein allergieauslösendes Pflaster, das die Stoffe, von denen sich Ihr Körper in der Sauna eigentlich trennen wollte, Tag für Tag weiter in Kontakt mit der Haut bringt. Für eine Uhr sind die Wechselbäder zwischen heiß und kalt, die für den menschlichen Organismus anregend und förderlich sein können, höchste Extrembeanspruchung. Das Gehäuse erwärmt sich in der 90° heißen, dampfenden Luft weit höher als unter normalen Umständen und wird danach mit 10° kaltem Wasser schlagartig abgekühlt. Nachdem jeder Stoff bei Temperaturanstieg einer bestimmten Längenausdehnung unterzogen ist, dehnen sich alle Teile des Gehäuses entsprechend ihrem Material unterschiedlich aus, Stahl also mehr als Glas und Gummi mehr als Metall. Dass Dichtungssysteme - gleich welcher Bauart - damit an die Grenzen der Belastbarkeit kommen, liegt auf der Hand. Die Luft im Inneren der Uhr dehnt sich ebenfalls aus und der entstehende Überdruck entweicht durch die Gehäuseöffnungen, die zwar wasser-, aber nicht luftdicht sind. Beim Abkühlen im Tauchbecken ziehen sich die Materialien des Gehäuses ebenso unterschiedlich wie sie sich gedehnt haben wieder zusammen, und die sich abkühlende Luft im Inneren der Uhr erzeugt einen Unterdruck, der beim Druckausgleich nicht selten Feuchtigkeit (Wasser) mit in das Gehäuse zieht. Abgesehen von den Einflüssen auf den "äußeren" Teil der Uhr gibt es natürlich noch die Einflüsse auf das Uhrwerk, die nicht minder problematisch sind. Neben den Ausdehnungen der Teile, die zum stärkeren Abweichen der Uhr führen, sind da noch die Einflüsse von Feuchtigkeit auf die Werkteile, die aus konstruktionstechnischen Gründen nicht aus Edelstahl gefertigt werden, und auf die Öle und Fette, die zur einwandfreien Funktion der Uhr gebraucht werden. Uhrenöl ist durch seine Adhäsionskraft (Anhangskraft) in den Lagerungen und Schmierpunkten gebunden. Zusätzlich werden die Werkteile vor dem Zusammenbau durch spezielle Flüssigkeiten epilamisiert, um ein "Kriechen" des Öls über die Bauteile zu verhindern. Kommt nun mehr Feuchtigkeit, als normalerweise durch die eingeschlossene Luft im Innern des Gehäuses ohnehin vorhanden ist, in die Uhr hinein, werden diese Eigenschaften des Öles verschlechtert und führen zum vorzeitigen Verschleiß der Schmiermittel, was eine verfrühte Revision der Uhr notwendig macht. Was also für den Menschen gut an der Sauna ist, ist für die Uhr eine Tortur, die vermieden werden sollte. Auch wenn Ihre Uhr Ihre bisherigen Saunasitzungen scheinbar "schadlos" überstanden hat, sind diese für alle Bauteile der Uhr nicht folgenlos geblieben. Ersparen Sie Ihrer Uhr also in Zukunft diese Überbeanspruchung. Vermeiden sollten Sie auch zu starke Stöße, für die eine Automatikuhr nicht ausgelegt ist.

Hammerschläge mit dem Handgelenk, an dem Sie Ihre Uhr tragen, sollten Sie vermeiden, ebenso wie das Aussetzen Ihrer Uhr gegenüber Staub oder Sand, ohne sie anschließend gründlich mit Wasser und Seife zu reinigen (Vorausgesetzt Ihre Uhr ist wasserdicht). Ebenso sollten Sie Ihre Armbanduhr nach dem Schwimmen im Salzwasser gründlich mit Süßwasser abspülen, da die sonst beim Trocknen übrigbleibenden Salzkristalle die Dichtungen angreifen und schädigen.

Sollten Sie die Angewohnheit haben, Ihre Uhr Tag und Nacht nicht abzulegen, sei Ihnen ans Herz gelegt, Ihnen und Ihrer Uhr wenigstens über Nacht eine gegenseitige Pause zu gönnen. Ebenso wie in der Sauna regeneriert sich Ihr Körper über Nacht und scheidet alle möglichen Stoffe in Verbindung mit dem Schweiß aus der Haut aus, die sich in der Bettwäsche und in Ihrem Schlafanzug sammeln. Diese Dinge waschen Sie in regelmäßigen Abständen, nur an Ihrer Uhr und vor allem am Armband bleiben diese Stoffe Tag ein Tag aus haften und sind für Mensch und Uhr mit der Zeit sehr belastend.

Bedenken Sie, dass sie keinen anderen Gebrauchsgegenstand, egal in welchen Zusammenhang, so häufig und lang anhaltend tragen, wie Ihre Uhr. Selbst Ihre Brille, sollten Sie eine tragen, haben Sie nicht im Schlaf auf und tragen sie nicht so ununterbrochen wie Ihre Uhr. Abgesehen von den Hautausdünstungen, die sich an Ihrer Uhr und vor allem am Armband ablagern, wechseln Sie während der Nacht doch häufiger Ihre Schlafposition und liegen zum Teil mit Ihrem Körper auf dem Arm, an dem Sie Ihre Uhr tragen. Sie belasten so die Befestigungen an Ihrem Gehäuse, die Krone, die Drücker (falls es sich um einen Chronographen handelt) und das Armband unbewusst in einem viel stärkeren Maß, als es vom Hersteller vorgesehen ist. Sollte Ihre Uhr nicht wasserdicht sein, kommt unweigerlich Feuchtigkeit in das Gehäuse. Ist an Ihrer Uhr ein Lederband angebracht, sollten Sie schon aus hygienischen Gründen die Uhr nachts ablegen. Falls Sie immer noch die Angewohnheit haben, nachts eine Uhr zu tragen (auf die Sie sowieso nicht schauen), drehen Sie Ihre Uhr ruhig mal um und betrachten Sie Ihr Armband mit einer Lupe, riechen Sie auch ruhig daran und Sie wissen, was ich meine. Übrigens sollte man ein Lederband, das täglich getragen wird, je nach Beanspruchung alle 9 Monate auswechseln, spätestens aber nach einem Jahr, auch aus den oben genannten Gründen.

3. Wie oft sollte ich meine Uhr zum Uhrmacher bringen?

Leider kommen einem diese Gedanken an den Uhrenservice nicht so automatisch wie der Service an Ihrem Auto in Erinnerung. Manche Uhrenhersteller haben bereits darauf reagiert und Ihren hochwertigen Uhren ein Serviceheft beigepackt, um den regelmäßigen Uhrenservice darin zu dokumentieren und den Uhrenträger darauf aufmerksam zu machen, das jede mechanische Maschine, auch und gerade diese mikromechanische Maschine "Uhr", von Zeit zu Zeit einen Service braucht, um dem Träger lange Freude zu machen und um im Idealfall, anders als bei einem viel teureren Auto, noch an die nächste und übernächste Generation vererbt werden zu können. (Die Firma Patek Philippe macht in einer Werbekampagne darauf aufmerksam, dass der heutige Träger der Uhr bereits das Erbstück für seinen Sohn am Handgelenk trägt). Im Falle von mechanischen Uhren einer guten Qualität ist diese Langlebigkeit nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Uhrwerke sind so konstruiert, dass sie bei sachgemäßer Behandlung und regelmäßiger Wartung durch einen Fachmann keinem Verschleiß ausgesetzt sind. Es kommt sehr selten vor, dass ein Zahnrad allein durch die normale Funktion der Uhr abgenutzt wird, und durch die Lagerung der Zapfen der Radachsen in Rubinlagern hat man die Lagerreibung bei Uhrwerken praktisch beseitigt. Unzerbrechliche Federn und stoßgesicherte Unruhen tragen ebenso zur dauerhaften Qualität über Generationen bei wie die aus den besten Materialien und mit kleinsten Toleranzen gefertigten und gehärteten Stahlteile des Aufzugs und des Zeigerstellwerkes. Sollte dennoch einmal ein Bauteil kaputt gehen, gibt es in den meisten Fällen auch nach 30 oder mehr Jahren noch die Original-Ersatzteile vom Hersteller.

Mercedes Benz, ein Symbol für Langlebigkeit und gute Verarbeitung, hat vor kurzem eine 30 Jahre dauernde Mobilitätsgarantie eingeführt. Selbstverständlich ist der Autobesitzer verpflichtet, alle Inspektionen und Wartungsarbeiten regelmäßig durchführen zu lassen, um diese Garantie aufrecht zu erhalten. Dies kostet je nach Typ einige Hundert Mark pro Inspektion, zuzüglich der Ersatzteile, die dann auch über diese lange Zeit zur Verfügung stehen. Diese langfristigen Reparatur- und Ersatzteilverpflichtungen sind die meisten hochwertigen Uhrenhersteller bereits vor Jahren eingegangen und liefern heute noch Ersatzteile für Uhren in die ganze Welt, die weit älter sind als die längste Mobilitätsgarantie läuft.

Grundsätzlich sollten Sie Ihre Uhr dann zum Uhrmacher bringen, wenn Sie stärker als im üblichen Maße von der normalen Zeit abweicht. Darüber hinaus sollten Sie mindestens einmal im Jahr eine Kontrolle der Gehäusefunktionen (Drücker, Krone, Stellwelle), sowie der Wasserdichtigkeit vornehmen lassen.

Eine Grundüberholung Ihrer Uhr ist, je nach Typ und Zusatzfunktion der Uhr, etwa alle 4 bis 5 Jahre erforderlich. In dieser Zeit hat sich Ihre kleine Unruh schon so oft gedreht, dass der abgerollte Weg ihres Unruhreifs eine Strecke von 31.536 Kilometern zurückgelegt hat.

4. Was geschieht mit meiner Uhr in der Werkstatt

Alle meine Kollegen kennen diese Situation: "Meine Uhr läuft seit zehn Jahren einwandfrei, nun ist sie plötzlich stehen geblieben. Es kann bestimmt nur eine Kleinigkeit sein, vielleicht nur ein Staubkorn, das man herauspusten muss. Das kann auch nicht viel kosten." Leider ist das Bewusstsein der Kunden für eine regelmäßige Wartung der Uhr nicht so ausgeprägt wie beim so geliebten Auto. Wie aber der Vergleich am Anfang zeigt, ist durch das jahrelange Laufen mit entsprechender Leistung eine Grundüberholung von Zeit zu Zeit nötig! Bei dieser Grundüberholung wird zunächst die Uhr in allen Funktionen überprüft, um eventuelle Fehlfunktionen festzustellen. Danach wird das Gehäuse geöffnet und das Uhrwerk entnommen. Das Gehäuse wird anschließend gereinigt und, wenn möglich, in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Dies bedeutet, dass ursprünglich polierte Flächen von Kratzern befreit und nachpoliert werden, Kerben im Gehäuse geglättet werden und ein eventuell früher vorhandener Schliff erneuert wird.

Das Uhrwerk wird detailliert überprüft und eine Gangaufzeichnung mit einem Gerät, vergleichbar einem EKG beim Arzt, wird erstellt. Die "Zeitwaage", wie dieses Messgerät genannt wird, gibt den Zustand des Uhrwerkes wieder und weist schon auf erste Fehler hin. Eine zu geringe Amplitude, wie sie bei verschmutzten Uhrwerken häufig zu beobachten ist, würde eine veränderte Gangaufzeichnung hervorrufen, deutlich zu unterscheiden von der normalen Amplitude einer einwandfreien Uhr. Wenn der Kraftfluss von der Zugfeder bis zum Hemmrad (vergl. Seite 143) infolge verbrauchten Öls oder Verschmutzung nicht mehr die nötige Antriebskraft zur Unruhe überträgt, sinkt die Schwingungsweite der Unruh stark ab, der äußere Einfluß durch das Tragen auf die Hemmung steigt und die Uhr geht verstärkt falsch. Die normale Schwingungsweite der Unruh sollte bei modernen Uhren etwa 270° betragen. Weicht der Wert der vorliegenden Uhr stärker vom Sollzustand ab, ist eine Revision erforderlich (Abb. links).Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass eine Revision, mindestens aber eine Überprüfung aller Teile einer Uhr, auch dann nach dieser Zeit vonnöten ist, wenn man sie seltener trägt. Dichtungen, sowie Öle und Fette altern, auch wenn die Uhr nicht ständig in Gebrauch ist. Bestimmte Dichtungen zersetzen sich auch unter Luftabschluss und Druck von selbst und ergeben einenpechartigen Brei, der dann das Gehäuse und manchmal auch das Uhrwerk verklebt (siehe Abb. links).

Nach der Gangkontrolle wird das Uhrwerk zerlegt und zur gründlichen Reinigung vorbereitet. Alle Werkteile werden bis in alle Einzelteile zerlegt und in dafür vorgesehene Fächer der Metallkörbe gelegt, die dann in eine Reinigungsmaschine eingespannt werden; dort werden sie durch verschiedene Reinigungsmittel von allen Belägen wie Ölen, Fetten, Oxyden und Verschmutzungen befreit. Nach diesem Reinigungsvorgang sind alle Werkteile gründlich gesäubert und werden von da an nur mit ebenfalls gereinigtem Werkzeug berührt, auf keinen Fall aber mit den Händen. Auch die Zeiger werden gereinigt und wenn nötig mit einer speziellen Polierfeile von allen Belägen befreit. Bei Bedarf wird die Leuchtmasse ersetzt oder abgelöste Farbe erneuert.

Nach dem Reinigen werden alle im Reinigungskorb befindlichen Teile entmagnetisiert und zunächst alle Funktionsteile noch einmal auf ihren einwandfreien Zustand überprüft und falls nötig repariert oder ersetzt. Nun beginnt das Zusammensetzen der einzelnen Baugruppen: Zuerst wird das Federhaus, in welchem die Antriebsfeder sitzt, mit einem speziellen Fett an den Reibungsstellen behandelt. Die Zugfeder selbst wird durch einen mit Reinigungsbenzin getränkten Lappen gezogen. Die Zugfeder wird bei Armbanduhren weder gefettet noch geölt, denn sie ist ab Hersteller mit einem speziellen Schmierstoff behandelt, der kein Nachölen notwendig macht, im Gegenteil die Zugfeder würde verkleben und die Gangdauer erheblich sinkt. Der Federkern, die Verbindung der Zugfeder mit der Aufzugsmechanik, wird in das Federhaus eingesetzt. Die Achsen am Federkern werden gefettet und das Federhaus wird verschlossen.

Nun folgt das Ölen der während der Reinigung in der Werkhalterung verbliebenen Unruh. Die Spiralfeder, die etwa 4 mal dünner ist als ein menschliches Haar, und die nur 6 Hundertstelmillimeter dünnen Zapfen der Unruh sind zu empfindlich, um ungeschützt im Reinigungsbad verwirbelt zu werden. Deshalb lässt man die Unruh in ihrer Position eingebaut, entfernt aber zuvor die Lagersteine aus der Stoßsicherung oben und unten, um diese separat zu reinigen. Der Deckstein, der auf dem eigentlichen Lagerstein der Unruh sitzt und so eine punktförmige und damit ideale Lagerung der Unruh ermöglicht, wird leicht geölt, mit dem Lagerstein verbunden und in die Stoßsicherung zurückgesetzt (Abb. links). Nachdem die beiden Stoßsicherungen wieder verschlossen sind, wird die Unruh samt Kloben, an dem sie befestigt ist, entfernt und an einem sicheren "Galgen" bis zum Einbau in das fertig zusammengesetzte Uhrwerk verwahrt. Nun werden die Aufzugteile eingesetzt und gefettet. Die Funktion der Zeigerstellmechanik wird geprüft und ebenfalls gefettet.

Das Räderwerk wird eingesetzt und mit der Räderwerksbrücke, die die Zahnräder lagert, abgedeckt. Die Zahnräder werden sorgsam und vorsichtig in die entsprechenden Lageröffnungen eingeführt und die Brücke wird, ohne dabei großen Druck auszuüben, in die entsprechenden Führungen der Platine heruntergesenkt. Das Laufen der Zahnräder im Eingriff wird überprüft und anschließend wird die Räderwerksbrücke mittels Schrauben befestigt. Das Federhaus wird eingesetzt und mit der entsprechenden Brücke abgedeckt und befestigt. Die Lagerung des Federhauses in den Platinen wird ebenfalls gefettet und die Brücke mittels Schrauben befestigt. Die Aufzugsräder werden angebracht und mittels der Aufzugskrone wird zum ersten Mal nach der Reinigung das Räderwerk in Bewegung gesetzt. Sobald auch nur die kleinste Kraft auf das Federhaus ausgeübt wird, muss sich diese bis auf das letzte Rad, das Ankerrad fortsetzen und selbiges bewegen. Ist dies der Fall, werden alle Radlager mit speziell dafür entwickeltem Uhrenöl geölt. Ein nur mit einer Uhrmacherlupe wahrzunehmender, winziger Tropfen Öl wird gezielt in die Lagerungen verbracht (Abb. links). Anschließend wird der Anker in seine Position eingesetzt und sein Spiel durch Rückwärtsdrehen des Räderwerks, wobei sich der Anker kraftfrei mitbewegen muss, überprüft. Nun wird die Zugfeder ein wenig gespannt und darauf geachtet, ob der Anker sauber an den Begrenzungsstiften anliegt. Mehrmaliges manuelles Durchschalten der Hebungsfunktion des Ankers vermittelt dem Uhrmacher die Gewissheit, dass der Kraftfluss gleichmäßig ankommt. Jetzt wird der "Gang" geölt, indem man auf die Hebefläche der Ankerpalette wenig Öl aufträgt und den Anker manuell 5 Zähne durch die Hemmung führt. Dann wiederholt man diesen Schritt weitere zwei Mal und die kraftführenden Zähne des Ankerrades sind geölt (Abb. rechts). Nun wird die Unruh vorsichtig eingesetzt und dabei beachtet, dass die Ellipse in das Sicherheitsmesser eingreift und die Zapfen der Unruhwelle in die stoßgesicherten Lager ohne Druck eingeführt werden können.

Sobald die Unruh in ihrer Position ist, beginnt sie zu laufen. Der Unruhkloben wird mit der Schraube befestigt und die Uhr wird weiter aufgezogen. Nach einer Stunde Wartezeit, in der manentweder weitere Funktionsteile des Uhrwerkes wie zum Beispiel die Kalenderschaltung, die Automatik oder die Chronographenfunktion einbaut oder das Gehäuse der Uhr reinigt und aufarbeitet, wird die Uhr erneut auf die Zeitwaage gelegt und der Gang der Uhr geprüft. Die Symmetrie des Ansteckpunktes (auch "Abfall" genannt, Abb. links) sowie die Position des Regulierorgans (Rückerzeiger) wird in eine Position justiert, in der die Unruhschwingung möglichst perfekt arbeitet. Diese Prüfung wird in verschiedenen Lagen des Uhrwerkes (Zifferblatt oben, unten, links, rechts etc.) wiederholt, um die Lagerung der Unruh und ihren Einfluss auf das Gangergebnis zu prüfen. Die Uhr sollte so reguliert werden, dass die Uhr in keiner Position nachgeht. Nachdem der Einfluss des Uhrenträgers angesichts der niedrigen Schwingfrequenz der Unruh unter Berücksichtigung der Bewegungen des Handgelenkes während des Tages einen insgesamt verzögernden Einfluss auf das Gangergebnis hat, sollte die Uhr zwischen + 6 und 10 Sekunden pro Tag einreguliert werden. Dieses Vorgehen der Uhr gleicht der Träger durch die Bewegung normalerweise aus, so dass die Uhr am Handgelenk recht genau, aber in keinem Fall nachgehen sollte.

Ist das Regulieren in den verschiedenen Lagen ausgeführt, wird das fertig zusammengebaute Uhrwerk in das gereinigte und gut ausgetrocknete Gehäuse eingebaut. Die Funktion der Aufzugs- oder Stellwelle wird überprüft und gegebenenfalls auch die Funktion der Drücker bei Chronographen oder Uhren mit Kalendarium. Das Werk wird im Gehäuse mittels Werkhaltering oder Schrauben befestigt und vor dem endgültigen Verschließen des Gehäusebodens erneut auf die Zeitwaage gelegt. Ein letztes Überprüfen des Ganges des eingeschalten (im Gehäuse befindlichen) Uhrwerks kann Aufschluss über eventuelle magnetische Einflüsse des Gehäuses auf den Gang der Uhr aufzeigen. Ein Entmagnetisieren des gesamten Werk-Gehäusekomplexes ist dann vorzunehmen. Das Gehäuse ist nun verschlossen und das Armband wird wieder an die Uhr angebracht. Ist die Uhr wasserdicht konstruiert, wird auch die Wasserdichtigkeit der Uhr überprüft, und bei einem negativen Ergebnis werden Dichtungen bzw. andere Verschleißteile ersetzt. Um nun eine Funktionskontrolle der fertigen Uhr über mehrere Tage durchzuführen, wird die Uhr an einen Bewegungssimulator (auch Umlaufgerät genannt) angebracht, das die Uhr ähnlich wie die Handbewegung des Trägers in alle Positionen bringt. Handelt es sich um eine Uhr mit automatischem Aufzug, wird diese auch gleich aufgezogen. Bei allen Uhren kann diese Prüfmethode eventuell erst bei Bewegung oder in verschiedenen Lagen auftretende Probleme aufzeigen. Ein streifender Zeiger am Glas oder am Zifferblatt, ein zu geringes Höhenspiel der einzelnen Baugruppen des Werkes oder eine sich lösende Schraube kann ein solcher Fehler sein. Ist auch nach tagelanger Überprüfung der Uhr keine größere Gangabweichung oder Funktionsstörung zu erkennen, ist die Uhr nach erfolgter Generalüberholung fertig zur Übergabe an den Kunden. Der gesamte Arbeitsprozess, mit Aufarbeiten des Gehäuses, Prüfen der Wasserdichtigkeit, mehrmaligem Regulieren und Simulation am Umlaufgerät dauert, gemessen an der reinen Arbeitszeit, die für eine Uhr aufgewendet wird, zwischen 100 und 200 Minuten (bei Chronographen oder komplizierten Gehäusearbeiten durchaus länger), was bei entsprechender Umrechnung in den Stundensatz für eine Meisterwerkstatt den durchaus angemessenen Reparaturpreis für diese umfangreiche Arbeit rechtfertigt. Hinzu kommen dann noch die Kosten für Ersatz- und Verschleißteile. Abschließend ist zu sagen, dass dieser Aufwand zur Reinigung einer Uhr einerseits notwendig ist, um gute Gangergebnisse über einen längeren Zeitraum zu garantieren, andererseits aber bei einfachsten Uhrwerken mit Stiftankergang und ohne Rubinlager kaum gerechtfertigt ist, da die Zeit, die für eine Reparatur aufgewendet werden muss, ähnlich lang ist und damit die Kosten nicht mehr im Verhältnis zum Wert der Uhr stehen. Versuche, einfache Uhrwerke unzerlegt zu reinigen oder anschließend in Tauchbädern mit Schmiermitteln zu ölen, haben nicht zum gewünschten Erfolg geführt.

Bleibt noch zu wünschen, dass Sie, liebe Uhrenträger, angesichts des zuvor beschriebenen Aufwandes Verständnis für eine Reparaturdauer von etwa 10 bis 14 Tagen mitbringen, um anschließend Ihre Uhr wieder im einwandfreien Zustand in Empfang zu nehmen und sie bis zum nächsten Besuch in Jahren mit Freude tragen. Die nach Ihnen kommenden Generationen werden es Ihnen danken, wenn eines Tages auch Uhren wie die Ihren in gutem Zustand zu bewundern sein werden. Ach übrigens ...

Ist Ihre Uhr auch stoßgesichert?

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